Hitlers Wähler in Oberhessen 
Wer wählte die NSDAP zwischen Vogelsberg und Wetterau?

lautet der Titel des Vortrags von Michael Strecker, Ranstädter Lokalhistoriker, Regionalforscher und Buchautor. Auf Einladung des Büdinger Geschichtsvereins referiert er am 22. Oktober um 19.00 Uhr im Sitzungssaal des Historischen Rathauses (Heuson-Museum).

Im Mittelpunkt steht nicht das Oberhessen der Landesgartenschau, sondern die historische Provinz Oberhessen des Großherzogtums bis 1918 bzw. des Volksstaates Hessen von 1918 bis 1933. Das Gebiet umfasste die damaligen Kreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen, Lauterbach und Schotten. Oberhessen bildete neben Rheinhessen und Starkenburg eine der drei hessischen Provinzen.

Zunächst ordnet Strecker die regionale Entwicklung in den reichsweiten Kontext ein: Wo lagen 1932 in Deutschland die größten Hochburgen der NSDAP? Anhand von Karten und Tabellen veranschaulicht er dies auf Ebene der Wahlkreise, Regierungsbezirke sowie Stadt- und Landkreise.

Anschließend konzentriert sich Strecker auf die Wählerbewegungen hin zur NSDAP innerhalb der Provinz Oberhessen. Wo befanden sich die Hochburgen der Nationalsozialisten, wo hielten sich die Bastionen anderer Parteien und wie stabil erwiesen sie sich während der Krisenjahre Anfang der 1930er-Jahre? Einen Schwerpunkt bildet die Analyse der sozialen Milieus: Wer wählte Hitler in Oberhessen – Arbeitslose, Arbeiter, Landwirte oder das städtische Bürgertum?

Zur Rekonstruktion dieser Wählerwanderungen nutzt Strecker ein eigens adaptiertes Sozialstruktur-Modell. Es basiert auf einer methodisch vereinfachten Form der empirischen Wahlforschung von Prof. Jürgen Falter, die dieser 1991 in seinem Standardwerk „Hitlers Wähler“ darlegte. Streckers Aufbereitung richtet sich gezielt an ein breiteres Publikum: Sie komprimiert die komplexen Wählerströme der Weimarer Republik auf vier soziale Gruppen und visualisiert sie anschaulich in vier Schaubildern. Der Eintritt ist frei, Zugang über den Treppenturm.

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